Was ist Tai Ji?
Tai Ji is living within you.
It is the wisdom of your own senses, your own mind, body and spirit together as one process (Chungliang Al Huang)
Auch in China wurden die Gesetze des Lebens, der Natur und des Universums seit Jahrtausenden erforscht. Die Natur wurde als das grosse Vorbild beobachtet und nachgeahmt. So entstanden Körperübungen zur Erhaltung der Harmonie im Menschsein und im Universum und zur Stärkung des Körpers im umfassenden Sinn. Die Gesetzmässigkeiten von Yin/Yang (die ergänzenden Kräfte, welche alles durchdringen) und die der fünf Wandlungsphasen (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) liegen allem zugrunde.
Tai Ji (Taiji) wird oft als das Höchste/Letzte oder Firstbalken übersetzt. Eine Übersetzung aus den chinesischen Schriftsymbolen greift allerdings zu kurz, da sie einiges komplexer sind und mehr beinhalten.
Die Formen nach Chungliang Al Huang sind zeitgenössische Formen. D.h. sie sind auf den traditionellen Prinzipien und Bewegungen begründet, aber werden freier interpretiert. So ergibt sich ein harmonischer und persönlicher Tanz mit dem Qi (Lebensenergie). Symbolische Naturbilder, wie zum Beispiel „ich umarme den Tiger“, unterstützen einen in der Arbeit mit der Form. Die Philosophie des Taoismus, das Verständnis der chinesischen Kalligrafie, Poesie und Musik bilden wichtige Hilfsmittel. |
Wirkung von Tai Ji
Tai Ji befreit unseren Körper von Verspannungen. Es fördert die allgemeine Entspannung und regt den Kreislauf an. Es aktiviert alle Muskeln, Sehnen und Gelenke. Es stärkt die körperlichen Kräfte, ohne sich anzustrengen. Tai Ji erhält die Flexibilität und das Bewusstsein für die eigene Lebendigkeit. Es fördert die geistige und körperliche Fitness. Tai Ji verhilft zu Gelassenheit und innerer Sammlung. Es klärt und schärft den Geist, was hilft, sich auf das Wesentliche im Alltag zu konzentrieren. Tai Ji hilft den Zwiespalt zwischen Körper und Seele aufzuheben. Es lehrt uns, dass sie in Wechselbeziehung zueinander stehen und sich vereinen können (nach Chungliang Al Huang).
Was ist Qi Gong?
Tai Ji und Qi Gong gehören zu der gleichen Familie. Der Begriff des Qi Gongs (Qigong) stammt aus der neueren Zeit. Genauso wie im Tai Ji sind die Übungen aus dem jahrtausendelangen Studium der Naturphänomene und des menschlichen Lebens entstanden und dienen der Förderung der Gesundheit. Der Unterschied zum Tai Ji besteht vielleicht darin, dass während den Übungen auf den persönlichen Energiefluss in Verbindung mit dem Universum gearbeitet wird und der Austausch/die Kommunikation zwischen den Menschen nicht berücksichtigt wird.
Die Schriftzeichen werden oft als Arbeit mit dem Qi (Lebensenergie, Atem, Leben, Kraft…) übersetzt. Aber genauso wie bei Tai Ji ist das lediglich eine eng gefasste Beschreibung. Der einzige Weg annähernd zu verstehen was Qi Gong meint ist wohl, es zu praktizieren.
 Qi Gong beinhaltet ein sehr umfassendes System an chinesischen Gesundheitsübungen, welche präventiv und im Rahmen der traditionellen chinesischen Medizin therapeutisch eingesetzt werden. Dazu gehören meditative stille und bewegte Übungen, welche unterschiedlich geprägt sind. Die acht Brokate, Wudan Qi Gong, Lotus Qi Gong sind Beispiele von Übungsreihen. Naturbilder, poetische Namen und Vorstellungen der Organe und des Meridianflusses, genauso wie die Grundprinzipien von Yin/Yang, den Wandlungsphasen (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) etc. unterstützen das Lernen. Die Bewegungsabläufe sind oft einfach zu erlernen. Atmung, Körperhaltung und -bewegung und Konzentration sind dabei zentral. |
Wirkung von Qi Gong
Immer geht es darum den Fluss der Substanzen im Körper zu regulieren und zu nähren, innere Sammlung herbeizuführen, den Körper und den Geist zu leeren und zu öffnen und sich mit der Harmonie des grösseren Ganzen zu verbinden. Somit wird das Bewusstsein für Körperhaltung und –funktion und das Leben erweitert. Spannungen lösen sich, Vitalität wird vermehrt und ein umfassendes Wohlbefinden stellt sich ein. Genauso wie im Tai Ji werden alle Teile des Körpers und des Lebens berührt und bewegt.